Beispiel 1 .. Weihnachtsglocken Mit tausend scharfen Nadeln sticht der Frost in mein Gesicht, stellt sich mir in den Weg. Zu tausend spitzen Splittern unter meinen Füßen Eis zerbricht, jedoch ich gehe weiter, unentwegt. Mein Ziel ist der Wald, zu ihm zieht’s mich hin, jeder einzelne Baum ist vertraut. Die mächtige Eiche, der Jungbuchenhorst., die Weihnachtsbaumpflanzung dort hinter dem Zaun. Feld und Wald hat der Winter zur Ruhe gelegt, mit schützendem Schnee abgedeckt. Der struppigen Kiefer strebe ich zu neben dem roten Felsen. Hier ist meine Kirche, mein natürlicher Dom, gegeben in meine Hände. Mein Sitzstock die Bank, der Altar ist ein trockener Baum Der Wintersturm pfeift durchs kahle Geäst, die Orgel vermisse ich kaum. Ich öffne den Rucksack, verteil, was ich hab. für die Sauen Kastanien und Eicheln und für’s Reh auch die trockenen Vogelbeeren mit Himbeerlaub wie mir scheint ist es heute im Holze so laut Da hör ich die klangvollen Schläge der Glocken, denn heut ist die heilige Nacht, die geweiht ist dem Frieden, dem Leben. .
| | Beispiel 2 2. Dezember 1953 und 50 Jahre später DieWelt wollt schon im Grau versinken und deckte sich mit Nebel zu, das Leben schien schier zu ertrinken da kam ein Wunder, das warst du Du kamest wie die Sommerwärme durch Dunkelheit und Sturmgebraus. Du warst des Lebens neue Nahrung mit dir kam Lebenslust ins Haus. Du fandest nicht den Garten Eden dein Garten an der Saale ist Dort musst du Tag für Tag dich regen säen, jäten, fahren Mist. Du konntest kaum den Wassern lauschen die Geschichten für dich mitgebracht, nur ein leises stetes Rauschen klopft ans Fenster jede Nacht. Zwei Töchter hast du groß gezogen hast Heu gewendet und Hühner gefüttert manch Krummes wieder gerade gebogen und beim Schlachten kein bisschen gezittert. Die Liebe umfing dich in all den Jahren mal leise, mal stürmisch, mal feurig, mal laut. Nicht nur der Wind spielte in deinen Haaren, kein Wunder, denn du bist bildhübsch gebaut. Dass du die Jahre auch glücklich gewesen, weißt am besten du allein. Von außen konnten nichts and’res wir lesen und wünschen, so mög’s noch mal 50 Jahr sein .... |