Zum 4. Geburtstag der Enkelin Hier sind lauter kleine und große Mäuse, sie krabbelten aus ihrem Loch, ihrem Gehäuse. Alle Schneeglöckchen und Märzenbecher erblühn, die goldene Sonne läßt ein Mäuseherz erglühn. So piepsten die Mäuschen, munter und froh: Endlich ist Frühling! Endlich kein magers Stroh!" Und sie verließen ihr Mäuseloch. Aber: Halt, was war da noch? Noras Geburtstag ist nah! Pünktlich zum Frühling, wie jedes Jahr! Das wollen sie hin, das ist doch wohl klar: "Wir wollen Nora gratulieren, und mit ihr jubilieren! - Aber mit dem grauen, struppigen Winterfell sind wir doch nur trauriges Gratulantengesell. Ein neues Kleid muß her, das ist wohl nicht so schwer!" Und die kleine Mäuseschar war mutig, wollte zu Opa und Oma gar hurtig. Die Katze - die Minki - im Haus, oh, welch ein riesengroßer Graus. Welch Glück, die Katz hat grad gepennt, die Mäuschen sind flugs an ihr vorbeigerennt, und kamen bei Opa und Oma wohlbehalten an und piepsten bittend: "Zieht uns an! Wir wollen fein sein bei Noras Geburtstagsfest! Bitte, bitte: ein neues Kleid - nicht das Best!" Opa meinte: "Das kann ich nicht. Ich kann nur kochen!" Aber Oma, die hat sofort die Lunte gerochen. Sie holte raus ihre Nähmaschin, nahm Maß und nähte Lin bei Lin ... Doch ach, die Mäuschen sind so klein. Stich für Stich, so schwer, so fein. Endlich, endlich war es so weit: jedes Mäuschen hatte sein buntes Kleid. Sie freuten sich sehr und dankten lieb, auf ihrem Rückweg gab es keinen Katzenhieb. Nun singt die Mäuseschar nach langer Reise für Dich, gestärkt mit der köstlichsten Speise: "Wir gratulieren und jubilieren, laufen darum nicht auf allen Vieren!" Opa und Oma sind auch gekommen, alle haben es vernommen: Nora hat Geburtstag heut, sie freuen sich, wie alle Leut. Opa und Oma, Groß und Klein, stimmen in die Laudatio ein: "Viel Glück und viel Segen auf all Deinen Wegen! Gesundheit und Frohsinn sei auch mit dabei!" Zum 5. Geburtstag der Enkelin Fünf Finger zählst Du an Deiner Hand, sie ist zwischen uns ein Verbindungsband: Mit ihr schreibst Du mir manche Wörter, malst mir schöne Bilder, streichelst mich, fühlst und tastest -mit ihr bist Du auch wilder: mit Deiner Hand kannst Du knuffen und schlagen, wenn auch nicht oft, Deinen Unmut verjagen. Fünf Finger - mit ihnen begriffst Du die Welt, und jetzt nach fünf Jahren entdeckst Du das Geld. Glaub mir, wenig Geld, viel Geld - das ist schwer, mit fünf Fingern an zwei Händen kannst Du viel mehr! Fünf Zehen zählst Du an Deinem (Stinke)Fuß. Er ist wirklich, bist Du mal bei mir, kein Genuß! Dabei ist er so wichtig - mit ihm kannst Du laufen, hüpfen, springen, tanzen und nach Verschnaufen, auch mal versuchen, mit den fünf Zehen, einen Bleistift in die Höhe zu heben! Ob ich das noch kann, ist mir nicht ganz klar, ich müßt es jetzt versuchen - wenigstens einmal im Jahr! Fünf Ohren, die haben wir beide nicht. Mensch, Nora, das wäre ein Supergedicht! Die leisesten Töne könnten wir erlauschen und sie, wenn wir wollten, vertauschen gegen alle lauten Sylvesterknaller und das ganze Getöse und Geballer! Mit zwei Ohren hörst Du manchmal schwer. Ich denk da an "Aufräumen" und manches mehr. Tröste Dich, so geht es kleinen wie großen Leuten. Richtig hören, soll uns Menschen bedeuten, einander zu achten, zu lieben und verstehn, und auch manchmal selbst zurückzustehn. Fünf Zungen, wär das ein Supergedicht? Ach nee, das wünsch ich Dir wirklich nicht. Mit nur einer Zunge verstanden zu werden, ist schon schwer genug auf der Erden. Ich wünsche Dir: sag immer einfühlsam und klar, wie Du Dich fühlst, was du willst, denn das ist wahr! Mit einer Zunge statt mit mehr, oft genug ist das sehr schwer. Fünf Augen, würden die uns nützen, um uns von hinten zu beschützen? Gott hat uns Menschen zwei Augen geschenkt und ich glaube, er hat es so gelenkt, daß wir nur sehen einen Teil, um immer zu suchen nach dem Heil für alle Menschen, Tiere und Pflanzen, um zu erhalten unsere Welt im ganzen. Fünf Jahre wirst Du heute schon, mein großes Fräulein Tong-tong! Ganz toll hast Du Dich rausgemacht von dem Baby - im Nu bist du acht! Ich bin sicher, bald kannst Du das schon, zum Beispiel: mit dem Telefon. Bald kannst Du mich selbst anwählen und mir alle Deine Sorgen erzählen. Denn das ist doch wirklich sonnenklar, für Dich, min Lütte, bin ich immer da! Drückt Dich der Schuh oder der große Zeh, ein kleines oder großes Wehweh, Deine Oma hilft Dir ganz geschwind, weg ist der Kummer - wie der Wind! Doch nun ist Dein Geburtstag da! Feier ihn mit Deiner Freundesschar! Wir alle freuen uns mir Dir! Der Wunsch von Opa und von mir: Bleib gesund und immer heiter auf Deiner langen Lebensleiter! | | Auf eine Anfrage aus den USA habe ich zum 80. oder 90. Geburtstag gereimt: Frühling, Sommer, Herbst und Winter, sp schuf Gott den Jahreslauf. Doch es steckt noch mehr dahinter, lieber ......., paß nur auf! Der Frühling: 1924, am ....., endlich Dein Geburtstag null, unter Schmerzen geboren, von Dir kam Gebrull. Schnuppertest erstmals die Westfalenluft, diesen einmaligen, köstlichen Heimatduft. Es war nicht sehr einfach - das Leben war hart, doch Du warst zäh - dabei innen sehr zart. Dann die Schule mit Schreiben, Rechnen und Lesen, Beruf erlernen, doch ist nicht noch mehr gewesen? Im Lebensfrühling, da regen sich auch die Triebe - als Jünglein allein, und was war mit der Liebe? Der Sommer: Nach Gottes Plan - es war Dir bald klar, wurdest Du mit ........ ein Ehepaar! Früchte reifen, die Kinder stellen sich ein. Es war nicht immer Sonnenschein: Der Sommer, er bringt manch Gewitter, ich meine den Krieg mit seinem Gezitter! Manch Schweres wurde Dir / euch aufgebürdet, doch niemals warst due erbittert, erzürnet. Glaube Hoffnung, Liebe - diese drei waren nicht nur in Deinem Sommer dabei! Der Herbst: Das Laub der Bäume - ein flammendes Farbengeschrei: ein letztes Auflehnen: der Mensch fühlt, es ist bald vorbei. Die Kinder gehen ihre Wege, verlassen das Haus. Es gibt neue Stürme mit allerlei Getös und Gebraus. Auch das Berufsleben - es endet, das Blatt des Lebens - es wird gewendet! Du orientierst Dich neu, jetzt ist es so weit: was war bisher - was bleibt mir an Zeit? Und mit viel Freude, Schwung und Elan gingst Du den Herbst Deines Lebens an! Der Herbst mit seiner milden Sonne, brachte Dir Freiheit, ungeahnte Wonne. Der Winter: Oft eine ungeliebe Zeit - mit Schnee und Frost - und keinem Flieder, zunehmende plagt die Gesundheit, Du fühlst die Glieder. Der Schnee der Winterlebensphase deckt manches zu. Gnädig ist er, und endlich kommst Du zur ersehnten Ruh! Neues, Unerwartetes steckt unter seinem weißen Tucvh: mit Deiner Erfahrung, Deinem Wissen - Du weißt genug, um mit der Weisheit deiner reichen 80 Jahred Jung und Alt - von der Wiege bis zur Bahre - auf der Bahn ihrer unruhigen Lebensreisen die Richtung ihrer Wege zu weisen. Frühling, Sommer, Herbst und Winter, es steckt Überraschendes dahinter. Wir brauchen dich, denk stets daran, drum fang das neue Lebensjahr fröhlich an! Erlebe noch viel glückliche Zeiten. Gesundheit und Freude solln Dich stets begleiten. Ein offenes Herz und Zurfiedenheit, das wünschen wir Dir noch ganz lange Zeit. Wir wünschen Dir immer einen heiteren Himmel! Immer höher, immer weiter bis zur letzten Sprß der Leiter. Wann sie kommt, weiß Gott allein, mag er gnädig mit Dir sein! Gottes Segen umgebe Dich ganz. Sein Licht aus der Höhe - ein Strahlenkranz. |