Meine Gedichte
Beispiel 1:
Uli geht in Pension

Uli will uns nach vielen Jahren jetzt doch verlassen.
Könnte uns Kollegen dieser Umstand wirklich passen?
Mit ein wenig Wehmut lassen wir Dich aber ziehen –
Deine Pension wird Dir jetzt feierlich verliehen.

Rita hat Dich damals für unsere Schule entdeckt,
Dein Interesse für's Unterrichten wieder geweckt.
Anstatt des Kinderwagens solltest Du Kinder lenken,
manch Orientierung durch die Jugendjahre schenken.

Minirock und weiße, grobmaschige Netzstrumpfhosen
brachten Deine Verehrer reihenweise zum Tosen,
Doch der damalige Rektor ließ sich sicher nicht blenden,
er war fest überzeugt, Dich kann man gar gut verwenden.
[...]


Beispiel 2 (für einen Sylvesterabend):
[...]

Sabrina, horch, jetzt bist Du an der Reihe,
bekommst von uns ´ne besondere Weihe.
Zuerst warst Du ruhig und häufig besonnen,
die kleine Fetzige bist nun – welch Wonnen.

Klein aber fein und einfach so adrett nett,
teilst Du mit dem Stefan die Stunden und Bett.
Auch wenn er des öfteren tief ins Glas guckt,
hat ihm noch keiner in die Suppe gespuckt.

Er ist so klug, alles wohl zu dosieren,
um dann trotzdem im Fußball zu brillieren.
Sabrina und Stefan bleibt so wie ihr seid,
dann stehen viele schöne Stunden bereit.

[...]


Beispiel 3 (anlässlich eines Geburtstages):

Das Rad der Zeit es dreht sich unbarmherzig munter.
Mal ist man obenauf und manchmal wieder drunter.
Wie dem auch sei, Monate flutschen einfach dahin,
50 Jahre und eines drauf suchen einen Sinn.

Ich hätt Dich zum halben Jahrhundert ehren können.
Schon so viele Kerzen auf Deiner Torte brennen.
Doch wollte ich da noch gnädig sein und Dich schonen
und jetzt tut eine Leuchte mehr auf Süßem trohnen.

Wer bin ich? Das fragt man sich oft im Laufe des Lebens.
Worin konzentriert sich mein Tun, mein ganzes Streben.
Du magst das Schöne, bist gesellig und couragiert,
pflegst Sonnenblumen und bewunderst sie ungeniert.


Beispiel 4 (schenkte eine Patientin Ihrer Ärztin):

[...]

Doch liebe Frau, Sie sind bei Ihrer Arbeit nicht allein.
Die Frau Doris steckt den Kopf nicht nur scheu zur Tür herein,
sondern unterstützt alle wohl mit ihrer ganzen Kraft.
Sucht mit Computermaus und Tastatur den Hustensaft,

das Zapferl und eine Pille gegen jedes Übel.
Wie macht die Frau Doktor das wohl so schnell. Grübel, grübel
und wir diskutieren und studieren und sinieren.
Schnupfen sowie Bauchweh müssen da kläglich verlieren.

Doch wie dem auch sei, lassen wir es hiermit bewenden.
Die Schufterei für die Patienten soll kurz enden.
Viel Kraft und Energie soll Ihnen Ihr Urlaub schenken,
während wir wohlwollend an Ihre Erholung denken.


Beispiel 5 (im Rahmen einer Vernissage in einem Vorstadtbeisl):

Geh, Hawidere
Du, I beschwer mi.
Des kaunst net mochn.
Goar soiche Sochn.

Hetzt mi duach die Stodt,
so wos, sappalot.
I hob nur an Duascht.
Ois aundre is wuascht.

Hey, reiß her a Bia,
geh sunst in die Knia.
Is jo ollahaund.
Wo bin I do glaunt.

Im Hawidere?
Jo, dohin kea I.
Seit zwa joar guat.
Vü Musi mit Gluat

und Pepp, is ka Nepp.
Mant net nur da Sepp,
a da Kowara.
Moch ma ka Trara.

Geniaß ma d'Musi,
gibt's goar a Gspusi?
Na. Schene Madln
mit wenig Kladln.

Schau: do auf die Wänd'
werdnd Augn vawehnd.
Sog, wea des woi is?
Fesch is. Des is gwiß.
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 20.10.2005 )